Ihre Eltern kamen aus Verviers in Belgien und hatten sich 1840 hier in Gladbach niedergelassen. Verviers ist heute Partnerstadt von Mönchengladbach. Der Vater war Handelsmakler für Wolle und Kammzüge. Er starb schon mit 43 Jahren also 1860 an Tuberkulose, da war Louise gerade mal 6 Jahre alt. Auch ihre beiden älteren Brüder sterben 1877 und 1878 daran. Noch in den 80iger Jahren des Jahrhunderts starb ein Drittel der Gladbacher Bevölkerung an dieser Krankheit.
Nach dem Tod der Brüder verkauft sie das Geschäft und lässt ihr Vermögen durch einen Anwalt verwalten. Anschließend lebt sie, trotz ihres Reichtums, zurückgezogen und bleibt unverheiratet. Über ihr weiteres Leben ist wenig bekannt. Sie erkrankt ebenfalls an Tuberkulose und verstirbt im Alter von 46 Jahren im Jahre 1900 an dieser Krankheit. Die Beisetzung erfolgt in aller Stille.
Bei ihrem Tod betrug der Wert der Ländereien in Belgien, der Aktien, Hypotheken und Häuser über 1 Millionen Mark. Sie setzte die Stadt als Universalerbin ein. Der Wert wird verständlich, wenn man bedenkt, dass das gesamte Steueraufkommen der Stadt 1902 1,45 Millionen Mark betrug. Die 1 Million Mark würde heute ca. 8,5 Millionen Euro entsprechen.
Das zugewendete Vermögen sollte nach einer Auflage im Testament für die Errichtung einer Heilstätte für Lungenkranke in waldreicher Umgebung genutzt werden. Zudem sollte ein Kontingent von Freibetten für die Bürger Mönchengladbachs eingerichtet werden, die sich den Klinikaufenthalt finanziell nicht leisten konnten. So kaufte die Stadt für 51.000 Mark ein Gelände im Hardter Wald und eröffnete 1904 die Hardter Waldklinik.
Nach dem Verkauf der Klinik an die private Klinikgruppe Eifelhöhen-Klinik AG im Oktober 2010 wurde das rund 23 Hektar große Areal mit den darauf stehenden Gebäuden zu einem Rehazentrum mit dem Namen Herzpark umgestaltet. Wir hoffen, Louise ist damit einverstanden.
Ihr Grab befindet sich hier auf dem alten Friedhof im Bunten Garten. Auszug aus dem Testament: Auf dem Kirchhofe soll eine neue Begräbnisstätte gekauft werden, wenn auf der alten kein Platz mehr ist. Die Gebeine meiner verstorbenen Eltern und meiner Brüder sollen dann ausgegraben und dorthin gebracht werden. Hier soll dann ein Denkmal in Form eines schweren Steins nebst eisernem Gitter errichtet werden (das Gitter wurde später entfernt). Es können zehn bis zwölftausend Mark verwendet werden. Der Stadt Mönchen-Gladbach lege ich die Verpflichtung auf, für die würdige Instandhaltung dieser Grabstätte zu sorgen.“
Grab der Familie Geuery
Die Eltern von Louise Geuery kamen aus Verviers in Belgien.
Sie zogen 1840 nach Gladbach.
Der Vater verdiente viel Geld mit Wolle.
Er starb 1860 an Tuberkulose.
Damals war Louise erst 6 Jahre alt.
Damals war diese Krankheit weit verbreitet.
Viele Menschen in Gladbach starben daran.
Auch ihre beiden älteren Brüder starben an Tuberkulose.
Nach dem Tod ihrer Brüder verkaufte Louise das Geschäft.
Ein Anwalt verwaltete ihr Vermögen.
Louise lebte sehr zurückgezogen.
Sie heiratete nicht.
Auch sie selbst erkrankte an Tuberkulose.
Im Jahr 1900 starb sie im Alter von 46 Jahren.
Nach ihrem Tod hinterließ sie ein großes Vermögen.
Dazu gehörten Länder, Häuser, Aktien und Hypotheken.
Sie vererbte alles der Stadt Mönchengladbach.
In ihrem Testament stand:
Von dem Geld soll eine Klinik gebaut werden.
Dort sollen Menschen mit kranker Lunge behandelt werden.
Die Klinik soll im Wald liegen.
Dort soll es auch Plätze für arme Menschen aus Mönchengladbach geben.
Sie sollen dort kostenlos behandelt werden können.
Die Stadt kaufte daraufhin ein Grundstück im Hardter Wald.
Dort wurde 1904 die Hardter Waldklinik eröffnet.
Im Oktober 2010 wurde die Klinik verkauft.
Die Käuferin war die private Klinikgruppe Eifelhöhen-Klinik AG.
Sie baute das große Gelände mit seinen Gebäuden um.
Heute heißt es Herzpark Zentrum.
Dort werden Menschen nach einer Krankheit oder Operation wieder fit gemacht.
Hier auf dem ehemaligen Friedhof ist das Grab von Louise Geuery.
Denn in ihrem Testament stand auch etwas zum Grab:
Wenn auf dem alten Friedhof kein Platz mehr ist,
soll eine neue Grabstätte gekauft werden.
Dann sollen meine Eltern und Brüder dort neu bestattet werden.
Auf das Grab soll ein großer Stein kommen.
Für das Grab dürfen 10.000 bis 12.000 Mark ausgegeben werden.
Die Stadt Mönchengladbach soll sich um das Grab kümmern.
Es soll immer in gutem Zustand sein.
Früher gehörte auch ein Eisengitter dazu.
Das gibt es heute nicht mehr.

